Die ultimative Anleitung: Laß Deine Gedanken endlich los!

Neulich scrolle ich durch meinen fb feed und stoße auf ein Video, das eine Freundin von mir geteilt hat.

Da ich schon lange nichts mehr von ihr persönlich gehört hatte klickte ich drauf um es mir anzuschauen (normalerweise schaue ich eher selten Videos auf fb), aber ich dachte ich bekomme vielleicht eine Idee, wie es ihr gerade geht und kann mich daraufhin mal bei ihr melden.

Das Video zeigte eine herzzerreißende Geschichte über eine kleine Katze, die sich mit einem angeketteten, von seinen Besitzern vernachlässigten Hund anfreundet.

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Sie befreit ihn aus seinem grausamen Gefängnis und rettet ihn vor den bösen Besitzern, die ihn quälen und schlecht behandeln.
Sie werden die dicksten Freunde und sind wahrscheinlich glücklich bis an ihr Ende...

Hossein Ghaem on Unsplash

Hossein Ghaem on Unsplash

Tränenüberströmt und gleichzeitig genervt von mir selber, daß ich mich von einem dämlichen Video zu einem solchen Gefühlsausbruch habe hinreißen lassen saß ich an einem wunderbar sonnigen Tag vor meinem Rechner, war völlig zerknirscht, nur weil ich ein Zeichentrick Video angeschaut hatte.

10 Minuten vorher ging es mir noch prächtig, war gutgelaunt - nun war ich tieftraurig.


Natürlich hielt die Trauer nicht lange an, da mir klar war, daß es nur eine Geschichte ist, die mir wahrscheinlich irgendeine sinnvolle Botschaft übermitteln sollte, etwa wie - selbst, wenn man sich klein fühlt kann man helfen und einen großen Impact haben oder ähnliches.

Aber wieso erzähl ich Dir das überhaupt und was hat das mit Loslassen zu tun?!?

Mach doch mal einen Versuch – erinnere Dich an ein Erlebnis, das Dich in der Vergangenheit sehr traurig gemacht hat.
Laß Deine Gedanken an den Event wieder hochkommen mit all seinen Facetten, was hast Du damals gefühlt, was war passiert, wie hast Du davon erfahren, in welchem Zusammenhang kam die schlechte Nachricht zu Dir, wie hast Du reagiert?

Und, wie fühlst Du Dich jetzt?

Ziemlich mies, traurig, ergriffen?
Genau!

Und merkst Du, wie Du Dich mit Deinen Gedanken selber manipulieren kannst?

Bis vor ein paar Augenblicken war Dein Zustand (so hoffe ich zumindest 😉 !) neutral bis eher gut gelaunt.
Sobald Du an was Trauriges denkst ändert sich das schlagartig.

UND NUN SCHAU DICH UM, HAT SICH IRGENDWAS IN DEINEM ÄUSSEREN UMFELD GEÄNDERT?

Genau, alles steht noch genau dort und sieht noch genau so aus wie vor ein paar Minuten.

Dein Handy vor Dir, Dein Laptop, Deine Umgebung, wo Du gerade sitzt oder gehst, alles noch genau gleich.
Dennoch scheint alles auf einmal etwas grauer oder trister zu sein.

Ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe als wir hier auf "unserer" Insel die schwere Entscheidung treffen mußten, daß Pepe, mein Liebeslebenspartner, für ein Jahr nach DL gehen sollte um zu arbeiten, weil wir finanziell hier vor Ort an unsere Grenzen gestoßen waren.

Damit wir hier in Zukunft weiterhin leben konnten entschieden wir uns zähneknirschend dafür, daß Pepe einen Job sucht, für den es sich lohnte, ein Jahr ins kalte DL zurückzukehren um zu arbeiten.

Ich erinnere mich noch ganz genau an den einen Tag, als die definitive Entscheidung gefallen war, das Flugticket gekauft wurde und die bisher als ganz passable theoretische Lösung wahrhaftig und konkret wurde.

Wir fuhren zusammen, wie schon so oft vorher, über "unsere" immergrüne Insel, auf der man fast von jedem Punkt aus das Meer sehen kann - ich werde bis heute nicht müde, ab und zu ein entzücktes – schau doch, wie phantastisch! -auszurufen.

Nicht an diesem Tag.

Auf einmal erschienen mir alle bunten Häuser, die ich sonst so liebe als ärmliche baufällige Hütten.

Die Menschen, die eigentlich immer ein strahlendes Lächeln auf den Lippen haben, waren für mich auf einmal armselige Leute, die kaum Chance auf Bildung oder Erziehung haben, ich war genervt vom extremen Unterschied zwischen arm und reich.

Alles, was ich sonst so schätzte war auf einmal entweder total negativ, nicht mehr vorhanden oder einfach nur häßlich.

So kannte ich mich gar nicht. Ich war so traurig und am Boden zerstört, daß wir diese schwere Entscheidung treffen mußten, über ein Jahr über mehrere tausende Kilometer getrennt zu leben, nachdem wir die letzten Jahre fast 24 Stunden am Tag zusammen waren.


Ich war auf alles und jeden sauer, obwohl ich wußte, daß niemand (außer vielleicht wir selber mit unserer Planung) dafür verantwortlich war, daß es mir in diesem Moment so schlecht ging.

Dabei hätte ich eigentlich allen Grund gehabt, tiefe Dankbarkeit zu empfinden!

  • Dankbarkeit dafür, daß wir überhaupt die Chance hatten, daß Pepe einen sicheren Job für ein Jahr bekommen hatte.
  • Dankbarkeit dafür, daß ich hier auf meiner Insel bleiben durfte.
  • Dankbarkeit, daß wir zusammen eine Lösung für unser Problem gefunden hatten
  • Dankbarkeit einen Partner zu haben, der bereit ist, diesen großen Schritt für uns zu machen

Und diese Liste könnte man sogar noch fortsetzen.

Stattdessen war bei mir nur Zerknirschung und Verzweiflung.

Dabei waren die Stände mit dem reifen Obst genauso bunt wie sonst. Die farbenprächtigen Holzhäuser mit den lachenden Einheimischen genauso charmant wie immer.
Nur meine innere Einstellung war eine völlig andere.


Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?

Wenn es Dir das nächste Mal schlecht geht versuche den Auslöser dieses Gefühls zu betrachten.

Was ist es, was das Gefühl in Dir auslöst?


Es ist eigentlich nur ein simpler Gedanke.

  • Der Gedanke an den drohenden Jobverlust.
  • Der Gedanke an den Termin beim Zahnarzt nächste Woche.
  • Der Gedanke an das kaputte Auto, das dringend repariert werden muß.


All dies sind Beispiele für Dinge, die in Deinem Leben eine Rolle spielen könnten und Dein Wohlbefinden beeinflussen können.

Doch nun stell Dir vor, was wäre, wenn Du diese Gedanken einfach so loslassen könntest,

Würde es Dir damit nicht automatisch besser gehen?


Und wie geht das genau, dieses große, ominöse Loslassen, jeder redet davon und wenn alles so einfach wäre, warum machts dann nicht jeder und Dir und der Welt geht‘s gut?

Das Ding ist, daß der Verstand das Drama liebt. Und beim Loslassen nehmen wir ihm die komplette Macht, sein Drama zu entwickeln.
Es ist ein bißchen so wie als Zeuge daneben zu sitzen und (im besten Fall amüsiert) zu beobachten, was der Verstand so macht, ohne einzugreifen, ohne mitzuspielen und ohne eine noch größere Dramaspirale in Gang zu setzen.

Damit kann man den Verstand mit etwas Übung einfach ins Leere laufen lassen.

Ok, wir machen den ersten Versuch.


Also, wie wäre es, wenn Du nur Deinen nächsten Gedanken losläßt, ihn einfach ziehen läßt?

Im Englischen gibt es die Wendung von „let it go“ was genau übersetzt heißt, laß es gehen.

Ich finde diese Redewendung eigentlich viel passender, da sie impliziert, daß wir uns nicht überwinden müssen, etwas, das wir anscheinend krampfhaft bemüht an uns klammern, mühsam oder gewaltsam fallen lassen müssen, um es dann für immer ins Nirgendwo verschwinden zu lassen.

Gehen lassen hört sich eher an wie - es geht weiter, es ist zwar gerade hier, darf aber auch wieder weiter, woanders hin und etwas Neues kommt oder entsteht danach.

Loslassen hört sich für mich eher an wie für immer verlieren. Und ein Verlust bedeutet immer Trauer, nachtrauern, oder sogar Kampf, es wieder zu bekommen.

Gehen lassen bedeutet, etwas kommt, besucht Dich vielleicht oder auch nicht, je nachdem, wie dicht Du es in Dein Leben, Deine momentane Situation einlädst und zieht dann weiter, wenn es ok für Dich ist.
So klammerst Du Dich niemals krampfhaft an etwas, alles darf kommen und gehen und Du schaust zu und genießt es!

Vielleicht erleichtert es Dir auch die Sichtweise aufs Loslassen, wenn Du es vorbei ziehen läßt.
Es bedeutet für mich gleichzeitig, daß es zu keiner Zeit so fest verankert und verwurzelt an mich getackert war, sondern daß eigentlich alles ein Phänomen ist, das kommen und gehen kann.

Daß alles im Fluß ist, nichts stagniert und nie etwas so bleiben muß, nur weil es jetzt gerade, in diesem Moment so ist.
Es darf alles kommen und auch wieder gehen.

Gutes wie Schlechtes (denk dran, Du selbst bist übrigens die Person, die festlegt, was gut oder schlecht ist!!!)

Dabei habe ich das Gefühl, daß durch das "gehen lassen" ständig offene Andockstellen an mir frei bleiben.
Stellen, die früher krampfhaft irgendetwas festhalten mußten, gegen etwas kämpfen mußten, das anscheinend gerade nicht „richtig“ oder passend für diese Stelle war.

Etwas, das diese Stelle gerade besetzt, weil es vielleicht gut für mich ist oder ich es gerade in meinem Leben habe darf dann auch gerne weiterziehen, wenn es dafür bereit ist, Zeit ist.

Es ist wie eine sich ständig ändernde flexible Masse.
Durch das Loslassen, nicht Klammern und nicht darum Kämpfen daß es da bleibt öffnet sich diese Andockstelle wieder und wird frei für etwas anderes.

Wenn man diesen Fluß widerstandslos aufrecht erhält ohne irgendetwas besonders lange festhalten zu wollen sondern ständig zuläßt, daß es im Fluß bleibt kann man völlig harmonisch mit allen sich ergebenden Wogen mitschweben.

Zu lernen, diese Andockstelle ständig freizuhalten und alles im Außen nur als Beobachter wahrzunehmen ohne es fürs Ego zu greifen, zu grabschen und für sich zwanghaft zu installieren läßt Dich wahre Freiheit erfahren.

Also, zurück zu Deinen Gedanken: Was machen wir mit Deinem Gedanken, der Dich plagt?


Wir lassen ihn einfach weiterziehen.

Wir halten ihn nicht fest. Wir unterdrücken ihn nicht, schließlich ist er ja schon präsent.
Was man unterdrückt das bekämpft man und gibt ihm somit unbewußt noch mehr Macht.
Denn wenn Du etwas bekämpfst hast Du es automatisch als Bedrohung wahrgenommen, gibst ihm, der Situation, dem Gedanken, die Macht, Dich zu manipulieren, Dein Wohlbefinden zu beeinflussen.

Also laß jeden Gedanken erst mal zu, schau ihn Dir an und laß ihn dann auch wieder weiterziehen, ohne daß Du ihm eine Bedeutung gibst.


Und der Trick dabei ist - wir glauben einfach nicht an ihn.


Wir geben ihm absolut keine Bedeutung mit und damit keine Macht über uns.
Vor allem nicht, wenn es ein negativer Gedanke ist, einer, der in uns negative Gefühle auslöst.

Denn merkst Du, allen Gefühlen geht immer ein Gedanke voraus.

Denk an Deine ausstehende Steuererklärung? Hmmm, automatsich zieht sich Dein Körper zusammen (außer Du bist Steuerberater oder stehst auf Zahlen).


Denk an eine fette Steuerrückzahlung?
Aaah, alles entspannt sich wieder, was könnten wir damit machen, ein romatisches Wochenende, ein schickes Paar Schuhe, Dir gehts auf einmal gut!

Also, wenn Du wieder mal merkst, wie Du auf eine bestimmte Nachricht reagierst, wenn sich Dein Körper, Dein Bauch zusammenzieht, der Kopf zwischen die Schultern rutscht oder sich das Unwohlsein in einer anderen Art in Deinem Körper ausbreitet, denk dran, Du gibst gerade „nur“ einem Gedanken die komplette Macht über Dein Wohlbefinden.

Versuche, diesem einen nächsten Gedanken keine Bedeutung zu verleihen.

Schau Dir den Gedanken an, wie ein interessantes Phänomen, das vor Dir steht.

Achte beim nächsten Mal darauf, was es bei Dir auslöst.
Und beim nächsten Mal werde Dir bewußt, daß es nur ein Gedankenphänomen ist, das Dir einen Trick spielt.
Du mußt ihm nicht glauben, Du kannst ihn getrost ziehen lassen.

Was passieren wird wird passieren,
Es kann gut sein, es kann schlecht sein, es wird sich zeigen , wenn es soweit ist!
Und nur Du gibst ihm die Bedeutung!

Viel Spaß beim Ziehenlassen, ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!

Ganz viel Liebe,

Deine Cornelia


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